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Geschichte der Bayerischen Vertretung

Geschichte der Bayerischen Vertretung

Rede damaliger Bundespräsident Roman Herzog bei der Einweihung vergrößernSie sind nicht wegzudenken im Institutionengefüge des deutschen Bundesstaates und eine Besonderheit des deutschen Föderalismus – die Vertretungen der deutschen Länder beim Bund. Der Freistaat versteht seine „Bayerische Botschaft“ als eine unverzichtbare Institution, um im Spannungsfeld der innerstaatlichen Kompetenzordnung zwischen Bund und Land wirkungsvoll agieren und in der Bundeshauptstadt für bayerische Identität und Lebensart zu werben.

Nichts unterstreicht die Bedeutung der Repräsentation auf Bundesebene mehr als die Einrichtung eines eigenen Büros bereits kurz nach der Wende im Jahr 1991 in der neuen Hauptstadt Berlin. Als erste unter den Landesvertretungen hat der Freistaat Bayern im Dezember 1998 seine endgültigen Räumlichkeiten in Anwesenheit des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeweiht. Seither weht Bayerns Fahne mitten in Berlin, wie bereits vor 1933.

Von der Gesandtschaft zur Vertretung

Schon zu Zeiten des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation gab es eine Gesandtschaft Bayerns in Brandenburg-Berlin – damals allerdings noch nicht Hauptstadt. Ab 1891 bezog das Königreich Bayern schließlich seine neu erbaute Gesandtschaft in der Voßstraße, wo es bis zur Gleichschaltung und Auflösung der Länder mit dem Reich durch die Nationalsozialisten residierte. Das Gebäude, das einem Urteil der Zeitgenossen nach eines der „schönsten Bauwerke Berlins“ war, musste der Errichtung von Hitlers Reichskanzlei und damit dem Größenwahn der Nationalsozialisten weichen.

Franz Sperr vor dem Volksgerichtshof © Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlinvergrößern

Der letzte bayerische Gesandte beim Reich – Franz Sperr – schloss sich dem Widerstand gegen die Nationalsozialisten an. Über Alfred Delp und Augustin Josef Rösch knüpfte er im Winter 1942 Kontakte zum Kreisauer Kreis und zu Helmuth James von Moltke. Im Juni 1944 fand ein Treffen mit Claus Schenk von Stauffenberg statt. Wegen Mitwisserschaft am Attentat vom 20. Juli 1944 und dessen Nichtanzeige wurde er am 28. Juli 1944 verhaftet, am 11. Januar 1945 vom Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Roland Freisler zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee erhängt.

Bayerische Vertretung in BonnvergrößernNach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde in der neuen Bundeshauptstadt Bonn eine Vertretung des Freistaats Bayern eingerichtet.

mehr:  Zum Föderalismus in Deutschland – Stationen des deutschen Föderalismus