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Sieben bayerische Schulen mit Europa-Urkunde 2018 ausgezeichnet / Europaminister Eisenreich: „Einsatz für europäische Werte und Botschafter für ein Europa mit Zukunft“ / Kultusminister Sibler: „Europäischer Gedanke ist an unseren Schulen lebendig!“

2. Oktober 2018

Europaminister Georg Eisenreich und Kultusminister Bernd Sibler haben heute in München sieben bayerische Schulen aus allen Regierungsbezirken mit der Europa-Urkunde 2018 ausgezeichnet. Europaminister Eisenreich würdigte beim Festakt in der Allerheiligenhofkirche der Münchner Residenz das Engagement der ausgezeichneten Schulen. Staatsminister Eisenreich: „Die heutigen Preisträger stehen stellvertretend für die vielen jungen Menschen in Bayern, denen Europa und die europäischen Werte sehr am Herzen liegen. Ihr Einsatz für ein Miteinander über Ländergrenzen hinweg ist beispielhaft. Mit so engagierten jungen Menschen haben wir in Bayern gute Botschafter für ein Europa mit Zukunft.“

Staatsminister Sibler: „An unseren Schulen ist der europäische Gedanke lebendig und deutlich mehr als Theorie! Das Engagement bei länderübergreifenden Projekten ist vielfältig, der Austausch unserer bayerischen Schulen mit europäischen Partnerschulen ist fester Teil des Schullebens. Gerade die persönlichen Begegnungen zwischen jungen Menschen geben Europa ein Gesicht und lassen es noch weiter zusammenwachsen. Zugleich haben unsere Schülerinnen und Schüler die Chance sich bewusst zu werden: Der Einsatz für Frieden und Freiheit in Europa lohnt sich!“

a) Oberbayern: Grundschule München Markgrafenstraße, München

Die Grundschule München Markgrafenstraße war von September 2014-2017 koordinierende Schule im Erasmus Plus-Projekt K2 „INPRI – Inclusion in Primary Schools“. Dieses Projekt wurde 2017 vom Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz als eine von fünf Schulen mit dem Titel „Success Story“ ausgezeichnet. Im Rahmen von grenzüberschreitenden Projekttreffen erarbeiteten Lehrkräfte der Grundschule München Markgrafenstraße sowie der beiden europäischen Partnerschulen in Italien und Spanien gemeinsam Best-Practice-Beispiele inklusiven Lernens an europäischen Grundschulen und analysieren die Umsetzung von Inklusion im europäischen Vergleich. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit wurden in Form von drei Praxisbeispielen aus den Bereichen Musik, Sport und Theaterarbeit in einer deutsch- und englischsprachigen Publikation zusammengetragen, die über eine eigene Projekthomepage veröffentlicht wurde.

b) Unterfranken: Grundschule Thüngen

Die Grundschule Thüngen ist seit dem Schuljahr 2017/2018 eine von lediglich zehn bayerischen Grundschulen, die am Modellversuch „Bilinguale Grundschule Französisch“ der Stiftung Bildungspakt Bayern teilnehmen. Im Rahmen des wissenschaftlich begleiteten Modellversuchs erhalten die Kinder einen altersgemäßen und praxisorientierten Zugang zur französischen Sprache und die Möglichkeit, die französische Kultur kennenzulernen. An der Grundschule Thüngen erfolgt dies in Form von drei Arbeitsgemeinschaften pro Woche, in denen ab der ersten Jahrgangsstufe Französisch als Fremdsprache mit einem besonderen Fokus auf kommunikativer Kompetenz von besonders ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet wird.

c) Niederbayern: Sport-Mittelschule Hauzenberg

Die Sport-Mittelschule Hauzenberg steht seit vielen Jahren im regen Austausch mit Schulen in Tschechien und Österreich. So besteht seit 21 Jahren eine Schulpartnerschaft mit der Partnerschule in Krummau (Tschechien). Die Zusammenarbeit beinhaltet u.a. gemeinsame Lehrerfortbildungen, Feste, Studienfahrten sowie sportliche Aktivitäten und Wettkämpfe. An der Schule wird außerdem ab der 6. Jahrgangsstufe Tschechisch als Fremdsprache angeboten. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit der österreichischen Partnerschule in Peilstein (Oberösterreich) liegt auf der gemeinsamen Lehrerfortbildung (u.a. durch Hospitationen und Erfahrungsaustausch) sowie auf der Leseförderung (u.a. Teilnahme beider Schulen am grenzüberschreitenden Interreg-Projekt „Leseländermatch“).

d) Schwaben: Staatliche Dr.-Max-Josef-Metzger-Realschule, Meitingen

Die Staatliche Dr.-Max-Josef-Metzger-Schule war im Zeitraum 2015- 2017 als koordinierende Schule an dem europaweiten Erasmus Plus-Projekt „Feel the Spirit of a Modern Europe – Bringing Entrepreneurship into Schools“ beteiligt. Im Rahmen dieses Projekts gründeten Schüler der daran beteiligten europäischen Partnerschulen aus Italien, Polen und Tschechien die bis heute bestehende Schülerfirma "Europa für die Welt - Kinder helfen Kindern" mit dem Logo S.P.I.C.E.S. Im Rahmen der Firma verkaufen Schüler der europäischen Partnerschulen zuvor gemeinsam hergestellte Waren, deren Verkaufserlös einem im Zuge der Tsunami-Katastrophe 2004 errichteten Kinderdorf „Future for Children“ in Sri Lanka zur Finanzierung von Lehrerstellen zu Gute kommt. Für das hervorragende Projekt wurde die Schule 2018 vom Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz mit dem Erasmus Plus-Qualitätssiegel Strategische Partnerschaft im Schulbereich ausgezeichnet.

e) Oberfranken: Sigmund-Wann-Realschule, Wunsiedel

Die Sigmund-Wann-Realschule bietet seit dem Schuljahr 2007/2008 als einzige Realschule in Bayern Tschechisch als Wahlpflichtfach und zweite Fremdsprache an. Der Unterricht wird ohne Ausnahme durch Muttersprachler durchgeführt; es besteht die Möglichkeit zum Erwerb eines international anerkannten Sprachzertifikats der Karls-Universität in Prag. Die Schule bietet auch Förder- und Einzelunterricht bzw. Konversation auf Tschechisch durch eine Fremdsprachenassistentin an. Damit leistet die Schule einen aktiven Beitrag für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tschechien im europäischen Kontext, da Tschechisch nach Englisch die wichtigste Sprache im ostbayerischen Wirtschaftsraum darstellt. Mit Tschechien, Polen, Ungarn, England und Frankreich finden jährlich Schüleraustauschprogramme statt.

f) Oberpfalz: Werner-von-Siemens-Gymnasium Regensburg

Das Werner-von-Siemens-Gymnasium Regensburg zeichnet sich durch besonders intensive Aktivitäten im Bereich der deutsch-französischen Beziehungen aus. So ist die Schule einziges Gymnasium in der Oberpfalz, das Französisch als erste Fremdsprache anbietet. Bereits im ersten Jahr nach Gründung der Schule 1967 fand der erste Schüleraustausch mit Frankreich statt; seit 1968 werden die jährlichen Austauschprogramme mit Frankreich bis heute ununterbrochen weitergeführt. Jährlich stattfindende Austausche finden zudem seit mehreren Jahrzehnten mit Italien und Tschechien, seit 2007 auch mit Spanien statt.

g) Mittelfranken: Staatliche Wirtschaftsschule Dinkelsbühl

Die Staatliche Wirtschaftsschule Dinkelsbühl ist die einzige Wirtschaftsschule in Bayern, die bereits zweimal als koordinierende Schule an einem Erasmus Plus-Projekt beteiligt war. 2016/2017 leitete die Schule das Erasmus Plus-Projekt „Sport Events Make Friends“, in dessen Rahmen international gemischte Schülerteams aller Partnerschulen Sportwettkämpfe an allen drei Schulstandorten planten, vermarkteten und durchführten. In dem seit 2017 laufenden Erasmus Plus-Projekt „Fun And Curriculum oriented Exercises for Information Technology (FACE:IT)“ (Leitaktion 2 –Strategische Schulpartnerschaften) erstellen die europäischen Partnerschulen eine Smartphone-App in Form eines deutsch- und englischsprachigen Quiz mit Fragen zu Lehrplaninhalten der Schulfächer aller beteiligten Schulen.

Hinweis:
Ein Kurzfilm, mit dem sich die Schulen gemeinsam beim Festakt präsentiert haben, ist im YouTube-Kanal der Bayerischen Staatsregierung (https://youtu.be/RAj0H_TxLko) verfügbar.

 

 

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Verleihung der Europa-Urkunde 2018