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Europa-Urkunde

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Europa-Urkunde 2016

Die Staatsministerin für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen in der Bayerischen Staatskanzlei wird die Europa-Urkunde im schulischen Kontext auch im Jahr 2015 wieder verleihen. Damit werden besondere Verdienste um die Verbreitung des Europagedankens ausgezeichnet.

Die Europa-Urkunde zielt auf den schulischen Bereich, denn für die Zukunft Europas ist es essentiell, das Bewusstsein der Jugend für die Chancen durch das europäische Einigungswerk zu schärfen und ihr Interesse für Europa zu wecken und zu vertiefen.

Die Europa-Urkunde verfolgt einen institutionellen Ansatz, d. h. es werden keine Einzelpersonen, sondern Institutionen oder Gruppen im schulischen Kontext ausgezeichnet, die sich um die Verbreitung bzw. Umsetzung des Europagedankens verdient machen oder konkrete europäische Projekte durchführen. Dafür kommen insbesondere in Frage:

  • Schulen aller Schularten
  • Schulklassen
  • Fachschaften
  • Schülermitverantwortung (SMV).

Mögliche Preisträger sollten mehrere der folgenden Kriterien erfüllen:

  • „europäisches Profil“ einer Schule durch zahlreiche oder multilaterale Schulpartnerschaften (reale oder virtuelle Kontakte),
  • besonders aktive und ideenreiche Gestaltung von Austauschmaßnahmen,
  • „europäisches Profil“ einer Schule durch Angebote im Bereich des bilingualen Lernens oder durch Mehrsprachigkeitskonzepte,
  • Durchführung innovativer Projekte mit Europa-Bezug,
  • besonders nachhaltige Erfolge beim Europäischen Wettbewerb,
  • Durchführung von konzeptionell überzeugenden Studienreisen mit EU-Bezug,
  • erfolgreiche Teilnahme an EU-Bildungsprogrammen,
  • Engagement im Rahmen des Strukturierten Dialogs zur EU-Jugendpolitik,
  • sonstige Aktivitäten oder Projekte, die Völker verbindende Wirkung haben, oder zur Verbreitung eines positiv konnotierten Europabildes geeignet sind.

Die Europa-Urkunde wird von der Europaministerin bei einer zentralen Feier in München feierlich verliehen; jährlich wird ein Preisträger pro Regierungsbezirk ausgezeichnet. Auf eine angemessene Berücksichtigung der verschiedenen Schularten wird Wert gelegt.




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Staatsministerin Dr. Beate Merk (2. von links) mit Schülerinnen und Schülern der Mittelschule Scheßlitz aus Oberfranken.

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Verleihung der Europa-Urkunde 2016

Staatsministerin Dr. Beate Merk hat am 24. Oktober 2016 sieben bayerische Schulen aus allen Regierungsbezirken mit der Europa-Urkunde 2016 ausgezeichnet. Die Ministerin würdigte beim Festakt im Prinz-Carl-Palais das vielfältige europäische Engagement der ausgezeichneten Schulen und rief junge Menschen dazu auf, für die europäische Idee einzutreten. Staatsministerin Dr. Beate Merk: „Europa soll für alle Europäer wieder ein Kontinent der Hoffnung und Perspektive sein.“ Zur Pressemitteilung.
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    Europaministerin Dr. Beate Merk: „Europa heißt Austausch und Miteinander, Toleranz, Solidarität und Respekt, Gemeinschaft und Freundschaft über Grenzen hinweg. Wir brauchen Eure Ideen, Eure Energie und Eure Leidenschaft. Europa soll für alle Europäer wieder ein Kontinent der Hoffnung und Perspektive sein. Für diese Botschaft brauchen wir überzeugte Europäer wie Euch.“
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    Europaministerin Dr. Beate Merk, der Moderator der Veranstaltung Hans Oberberger und Staatssekretär Bernd Sibler (v.l.n.r) bei der feierlichen Verleihung der Europa-Urkunde 2016 im Prinz-Carl-Palais in München.
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    Die Preisträger aus Niederbayern kommen von der Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen. Die Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen pflegt eine intensive Partnerschaft mit einer polnischen Partnerschule in Jaworczyna. Vielfältige Begegnungen vermitteln den Schülern interkulturelle Kompetenz durch Betriebsbesichtigungen, Stadtbesichtigungen, Fußballspiele oder ein deutsch-polnisches Begegnungszimmer. Die Schule nimmt außerdem am Programm ‚Schule ohne Rassismus mit Courage‘ teil. Seit letztem Schuljahr werden vier Flüchtlingskinder aus Syrien und dem Irak unterrichtet, unterstützt unter anderem von einem syrischen Schulbegleiter.
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    Die Europa-Urkunde 2016 geht an die Städtische Robert-Bosch-Fachoberschule Wirtschaft in München. Die Fachoberschule engagiert sich seit 20 Jahren in verschiedenen Europa-Projekten. Sie hat Partnerschaften mit Italien, Slowenien und seit neuestem auch mit der Ukraine und bietet ein reiches Angebot an fachpraktischen Auslandspraktika. Die Robert-Bosch-Schule nimmt seit 2015 am Schulversuch ‚Internationale Wirtschaft‘ teil. Seit letztem Jahr koordiniert die Schule ein breit angelegtes Erasmus-Projekt mit Polen, Italien, Spanien und Kroatien. Dabei werden Konzepte und Unterrichtsmaterialien zur Beschäftigung mit dem Thema Vorurteile erarbeitet. Mit ihrem Engagement für Europa hat die Robert-Bosch-Fachoberschule bereits mehrere Nachahmer gefunden, die ähnliche Projekte entwickelt haben.
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    Staatsministerin Dr. Beate Merk (2. von links) mit Schülerinnen und Schülern der Mittelschule Scheßlitz aus Oberfranken.
    Auch die Mittelschule Scheßlitz aus Oberfranken wird mit der Europa-Urkunde 2016 ausgezeichnet. Die Mittelschule Scheßlitz hat den europäischen Gedanken durch zum Teil sehr praxisorientierte Austauschprojekte mit Schulen in England verankert. Mit dem Crown Wood College in Greenwich etwa absolvieren Schüler wechselseitig Betriebspraktika. Seit einigen Jahren läuft außerdem ein Austauschprogramm mit der Charlton Manor Primary School. Im Rahmen des Schwerpunkts ‚Gesunde Ernährung‘ wurde dort ein Schulgarten angelegt. Höhepunkt war im März ein fränkisches Fest in London, unter anderem mit landestypischen Spezialitäten.
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    Die Schülerinnen und Schüler der Gustav-von-Schlör-Schule (Berufliche Oberschule) aus Weiden in der Oberpfalz werden ebenfalls mit der Europa-Urkunde 2016 geehrt. Die Berufliche Oberschule Weiden trägt durch ihre Projekte und innovativen Unterrichtskonzepte wesentlich zur Völkerverständigung bei, etwa mit der preisgekrönten Teilnahme am History Award über somalische Flüchtlinge in Deutschland. Der von der Schule organisierte Schüleraustausch mit Israel dient der Aussöhnung beider Länder. Seit diesem Schuljahr hat die Schule außerdem eine Integrations-Vorklasse, in der junge Flüchtlinge auch von anderen Schülern betreut werden. Die Gustav-von-Schlör-Schule ist beispielgebend für die Verbreitung des Europagedankens.
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    Die Europa-Urkunde 2016 geht nach Schwaben - an die Staatliche Berufsschule mit Berufsfachschule für technische Assistenten für Informatik in Lauingen. Die Berufsschule Lauingen ist beispielgebend für ihr großes Engagement mit Schulen in Staaten außerhalb der EU. Letztes Jahr beteiligte sie sich an einer Bildungspartnerschaft mit Russland. Unter dem Namen "4plus2" wurde in Moskau die Zusammenarbeit von vier deutschen und zwei russischen Partnern beschlossen. Ganz neu ist eine Kooperation mit der Berufsschule im jordanischen Irbid im Bereich der Wasserversorgung. Dieses Projekt wird auch von der Staatsregierung gefördert und gilt als Leuchtturmprojekt für ganz Bayern.
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    Die Werner-von-Siemens-Realschule in Bad Neustadt a.d. Saale/Unterfranken erhält die Europa-Urkunde 2016. Die Werner-von Siemens-Realschule in Bad Neustadt hat einen völlig anderen Ansatz für die Vermittlung des Europagedankens, nämlich einen künstlerischen. Seit mehreren Jahren nehmen die Schüler mit künstlerischen Beiträgen am Europäischen Wettbewerb teil, und das sehr erfolgreich: Allein im Schuljahr 2014/2015 gab es acht Preisträger auf Landes- und Bundesebene. Begleitet wird dieses Engagement durch Schulpartnerschaften mit England, einem jährlichen Lesewettbewerb auf Französisch und Studienfahrten nach Straßburg.
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    Die Vertreter der Hans-Böckler-Schule (Städtische Realschule und Wirtschaftsschule) aus Fürth in Mittelfranken nehmen die Europa-Urkunde 2016 entgegen. Die Hans-Böckler-Schule hat mit ihrem Austausch- und Sprachenangebot ein nachhaltiges europäisches Profil entwickelt. Seit einigen Jahren wird dort im Rahmen des Modellversuches ‚Bilingualer Unterricht‘ das Fach Erdkunde in englischer Sprache unterrichtet. Mit dem Theaterprojekt ‚Schuld‘ hat sich die Schule dem Thema Europa besonders innovativ genähert. Zusammen mit einer Partnerschule in Portugal wurden Theaterszenen rund um die europäische Finanzkrise erarbeitet und auch in den Straßen Portos gespielt.
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    Die Europa-Urkunden 2016 gehen an sieben bayerische Schulen aus allen Regierungsbezirken.
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