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Kommissionen

Zukunftsrat

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Der Zukunftsrat wurde vom Bayerischen Ministerpräsidenten für zwei Jahre bestellt. Seine Tätigkeit endete zum 31.12.2011.

Bericht 2011 "Ein Blick in Bayerns Zukunft. Herausforderungen. Chancen. Handlungsansätze."

Zweiter Bericht des Zukunftsrates

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Der Vorsitzende des Zukunftsrates, Prof. Dr. Herbert Henzler, hat am 27.02.2012 Ministerpräsident Horst Seehofer den zweiten Bericht des Zukunftsrates übergeben. Auf der Basis einer Analyse grundlegender Entwicklungstrends entwirft der Zukunftsrat zwei Szenarien, wie sich Bayern längerfristig, bis etwa 2030, entwickeln könnte. Der Zukunftsrat macht Vorschläge zu den entscheidenden Handlungsfeldern für eine aktive politische Zukunftsgestaltung und empfiehlt eine Reihe von mittel- bis langfristigen Maßnahmen.

Aus dem Inhaltsverzeichnis:

1. Selbstverständnis und Aufgabenstellung: Was wollen wir erreichen?

2. Standortbestimmung: Welche Entwicklungen bestimmen die Zukunft? Wie ist Bayern gerüstet?

3. Ein Blick ins Jahr 2030: Wie wollen wir leben?

4. Handlungsfelder: Was ist zu tun?

4.1. Bildung

4.2. Forschung: Bundesförderung von Spitzenforschung ausbauen, anwendungsorientierte Forschung stärker vernetzen

4.3. Produktion und Wertschöpfung: Auf Weltmarktorientierung, Innovation, Balance und Vernetzung von Produktion und Dienstleistung setzen

4.4. Infrastruktur: Wirtschaftlich wie ökologisch verantwortbare Energieversorgung und leistungsfähiges Breitband-, Schienen- und Straßennetz ausbauen

4.5. Gesellschaftliche Einbindung und soziale Sicherheit im Alter

4.6. Weiterentwicklung des Gesundheitswesens

4.7. Ziele der ökologischen Entwicklung Bayerns bis zum Jahr 2030. Sicherung der biologischen Vielfalt (Biodiversität)

4.8. Digitalisierung in Wirtschaft, Medien und Gesellschaft

4.9. Aktive Gesellschaft: Endogene Potenziale heben, politische Entscheidungsprozesse bürgernah gestalten

Bericht 2010 "Zukunftsfähige Gesellschaft - Bayern in der fortschreitenden Internationalisierung"

Hier finden Sie eine Kurzzusammenfassung zum Bericht des Zukunftsrates der Bayerischen Staatsregierung vom Dezember 2010.
(Zum ausführlichen Bericht des Zukunftsrates der Bayerischen Staatsregierung vom Dezember 2010: Bericht des Zukunftsrats _Zukunftsfähige Gesellschaft)

Teil 1: Zukunftsfähige Gesellschaft durch Mentalitätswandel und Strukturreformen

  • Mentalitätswandel notwendig für zukünftige Gesellschaft
    Veränderungen markieren Abschied und eröffnen neue Chancen; Digitalisierung bedeutet Wandel in allen Formen der Gemeinschaft; Chance für neue Formen Bürgerbeteiligung;
  • Wandel in der Ökonomie: von Quantität zu Qualität
    Quantitatives Wachstum geht zu Ende; Teilhabemöglichkeiten in der Gesellschaft; Bildung und soziale Partizipation; Stabilität braucht qualitatives Wachstum und ökosoziale Transformation; soziale Innovationen bei Daseinsvorsorge und Produktion; Vereinbarkeit von Familie und Beruf, von Pflege und Beruf;
  • Aktivierung und Vernetzung verschiedener Milieus und Altersgruppen
    Integration von Migranten; aktive Lebensgestaltung im Alter 50plus;
  • Bürgergesellschaft von der Basis her aufbauen
    Bürgerschaftliches Engagement mit aktiver Selbsthilfe und Selbstorganisation, Politik und Bürgergesellschaft;
  • Genossenschaften und Kooperativen als zukunftsfähige Unternehmen
    Genossenschaften mit Bündelung der Kräfte; Genossenschaften für Unternehmenskooperationen und Zusammenschlüsse; Bündelung als stabilisierender Faktor; Öffnung Rechtsform Genossenschaften für soziale und kulturelle Zwecke (bedarfsspezifisch, kosteneffizient, demokratisch, arbeitsmarktentlastend);
  • Qualität der Bildung. Konzentration und Kreativität, Vernetzung der Generationen
    Pluralität und lokale Konkurrenz bei Bildung; Hohe Qualitätsstandards; Initiativen nur mit breiter gesellschaftlichem Diskurs; Ganztagsschulen, Patenschaften, Lernen vor Ort, Systemwissen, Bewusstseinsbildung, Wertschätzung, Lehrerausbildung, Öffnungszeiten Vorschuleinrichtungen;
    „Schule für Unternehmergeist“ mit Schülerfirmen, unternehmerischer Kompetenzvermittlung und Eigeninitiative; Gesamtstrategie, Zusammenarbeit der Akteure, Unterstützung und aktive Bewerbung; Best-Practice-Beispiele und Lehrplan sowie Lehreraus- und -weiterbildung;

Teil 2: Metropolregionen und ländlicher Raum

  • Globale Trends und Megatrends berühren auch regionale Entwicklung
    Demografischer Wandel, Klima, Ressourcennutzung, Globalisierung, Wettbewerbsfähigkeit, Urbanisierung;
  • Regionale Trends
    Bevölkerungstendenz, Bevölkerung und Arbeitsplatz, mögliche Probleme im ländl. Raum, notwendiges Zusammenwirken von Stadt und Land, ökologische Auswirkungen;
  • Zukunftsindikator als neutrale sachliche Basis
    Situationsanalyse, Kriterien und Teil-Indikatoren für Wettbewerbsfähigkeit, Lebensqualität, Ökologische Nachhaltigkeit;
  • Vision
    Vernetzungsstrategien, Cluster- und Patchwork-Muster, Einbindung des Umlandes ist Gewinn für Stadt und Land; Stärkung der lokalen Vernetzung zwingend notwendig für Teilhabe der Menschen an Ressourcen (Anbindung, Forschung, Kultur, Bildung, Arbeitsplätze), Pendlerbewegungen große Bedeutung, Vernetzung der Leistungszentren und der Schlüsselindustrien und -technologien, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit wird durch ein Mehr an Lebensqualität und ökologischer Nachhaltigkeit ausgeglichen;
  • Handlungsempfehlungen
    1. Vernetzung fördern: Durch übergreifende Infrastruktur (Zentren sind anhand von Kriterien zu identifizieren und die Vernetzung zu stärken, v.a. durch Infrastruktur); Stärkung der Vernetzung der Anbindung des Umlandes, v a. durch Vergrößerung der räumlichen Verflechtung; essenziell ist Verfügbarkeit moderner Informationstechniken für Unternehmen und Private überall, damit Erschließung neuer regionaler Räume mit Arbeit; Ausbau Breitband, v.a. im ländlichen Raum;
    2. Schwerpunktsetzungen: Unternehmen mit Zugriff auf Zulieferer, FuE-Einrichtungen und Fachkräfte in räumlicher Nähe sind stärker. Deshalb stärkere Entwicklung der Cluster, auch international. Förderung von Schlüsseltechnologien (Mobilität, Umwelt, IKT);
    3. Neue Governance-Struktur: Übergreifende Planung notwendig; Untersuchung einer optimalen Raumplanung; gemeinsame Betrachtung von Leistungszentren und Umland, auch landesübergreifende Betrachtung; ressortübergreifende regionale Entwicklungsansätze (evtl. regionale Ausrichtung der Förderungen); Wissensaustausch mit best-practice-Beispielen, z.B. Singapur; einheitliches E-Government-System mit einheitlichen Daten (IT-System) und eines Managementsystems zur gezielten Steuerung und Kontrolle.
    4. Initiativen zur Stärkung des ländlichen Raums: Stärkung ländlicher Wirtschaft; Förderung von „Leben und Arbeit“ in Stadt-Land-Partnerschaft und Stärkung Attraktivität der ländl. Räume (neue Clusterbildungen), Ganztagesbetreuung, KiTa, Krippen, Bildungseinrichtungen; gezielte Ansiedlung von Unternehmen und Mitarbeitern (zur Reduzierung des Pendelns), gestaffelte Förderungen je nach Entfernung. Heimarbeitsplätze); Förderung der lokalen Energieversorgung; Förderung der Biodiversity-Landwirtschaft; Projektmanagement durch Aufbau einer kompetenten Projekt-Task-Force zur Beratung und als Projektkontrolle (Art Consulting) für Partnerschaft Stadt-Land;
    5. Chance für Olympia 2018: München-Garmisch-Königssee als Modell und Antwort Bayerns auf globale Fragen;

Teil 3: Internationalisierung von Wissenschaft und Hochschulen

  • Voraussetzung und Notwendigkeiten
    Internationalität ist Voraussetzung für Entwicklung von Regionalräumen;
    Demografische Verknappung „Beste Köpfe aus der Welt nach Bayern“;
    Integration der Hochschulen mit der Schule (nach unten) und der Wirtschaft (nach oben) notwendig;
    Bei Forschung ist Vernetzung innerhalb Bayerns unverzichtbar (internationale Sichtbarkeit, kritische Masse);
  • Studierende
    Studienbeiträge, Auslandssemester, Stipendien, quantitativ und qualitativ mehr ausländische Studierende, englischsprachige Vorlesungen, Recruiting and Welcome-Centers, Alumni-Centers, Marketingstrategie;
  • Doktoranden und Postdoctoranden
    Bavarian Research Fund Top 500 für Stipendien, Bayerisches Rückkehrerprogramm mit zentraler Auswahl und Internet-Plattform;
  • Professoren
    Gastprofessoren Status verleihen, Experimentierklausel ausbauen, Wissenschaftstarifvertrag für Wissenschaftler und Unterstützungspersonal, leistungsbezogene Komponenten Distinguished Professorship als Anreiz für Top-Professoren aus aller Welt;
  • Emeriti
    Sonderaufgaben in Lehre, Forschung, Verwaltung, Anwerbung, Internationalisierung;
  • Alumni und Verwaltung
    Nutzung als Mitglieder ihrer Hochschule; Professionalität;
  • Andere Maßnahmen
    Zuwanderungsgesetz (Arbeitserlaubnis für Doktoranden); Aufbau von Dependancen an internationalen Schlüsselstandorten;

Teil 4: Leistungsträger der Gesellschaft – Eliten und Lokomotivfunktionen

  • Warum brauchen wir Eliten/Lokomotiven?
    Gesellschaft im Umbruch, Demografie erfordert bald Arbeitskräfte, Lebens- und Berufschancen wie nie und Spreizung der Gesellschaft, Tradition und Hierarchie, Blick nach USA und Asien, andere Kulturen und Menschenbilder;
  • Grundvoraussetzung für Wohlstand unserer Gesellschaft
    Ergebnis von Anstrengungen und Wettbewerbsfähigkeit; wirtschaftliche und wissenschaftliche Potenz ist Investitionsmöglichkeit für Bildung, sozialen Ausgleich und Daseinsvorsorge des Staates; Verteilmasse muss erwirtschaftet werden, nur begrenzte staatliche Vorleistungen; Rahmenbedingungen stehen im internationalen Wettbewerb, Menschen und Unternehmen sind heute mobiler;
  • Definitionen und Begrifflichkeiten: Elite

Analyse

1. Bekenntnis zu „Lokomotiven“ und „Leistungsträgern“
Differenzierung ist notwendig, keine Nivellierung; Akzeptieren von Vorbildern, v.a. unstrittig in Sport und Kunst; Motivation und Kreativität sind entscheidend (Entfesselung jedes Einzelnen);

2. Führung und Verantwortung
Führung und Verantwortung gehören zusammen; Vertrauen stärkt Effizienz, Delegation von Aufgaben und Verantwortung; Führung heißt Regulierung und Rahmensetzung, heute eher Moderation und Coaching; Vorbilder; Einzelbeispiele Wissenschaft und Hochschulen;

Empfehlungen

1. Langfristiges Denken, positive Grundeinstellung
„Neues Denken“ mobilisieren; positives inneres Engagement, Bekenntnis zur Weiterentwicklung; Erwartung einer persönlichen Leistung nach der Grundbedürfnissicherung, aber auch Solidarität und Hilfe; Eigenleistung kann nicht „verordnet“ werden, sondern muss „vorgelebt“ werden; jeder hat eine „Lokomotiv-Funktion“;

2. Positives Menschenbild
Für Führungskräfte bereits Grundvoraussetzung des Handelns; jeder hat unterschiedliche Begabungen und Voraussetzung für seine „optimale“ Leistung; positiv gelebte Wertschätzung auf Augenhöhe; kein Neid und Misstrauen;

3. Positives Leistungsbild und Rollenvorbilder
Leistung lohnt für alle; positive Darstellung als Beitrag; schon in Kindergarten und Schule beginnen; mehr positive „Rollenvorbilder“ und Persönlichkeiten, z.B. auch Unternehmen mit hoher Wertschöpfung;

4. Leistungsbereitschaft einfordern
Leistung muss auch eingefordert werden, aber individuelle Belastungs- und Leistungsgrenze erkennen; benachteiligte Gruppen; Eigenverantwortung und solidarische Hilfe;

5. Leistungsfähigkeit herstellen und fördern
Familiäres und soziales Umfeld verbessern (Integration, Anerkennung, Wohnung, Kindergarten, Erwerbstätigkeit); schulisches Umfeld wichtiger Faktor; „Zug von oben“ (Bildung, Ausbildung, Beruf) und „Schub von unten“ (Qualitäten, Ganztagesschulen, Kompetenzen); Bedeutung der Familie, auch Rückübernahme elterlicher Verantwortung; Sprachkompetenz sichert Zugang zur Kultur und zur Leistung, Mehrsprachigkeit z.T. unerlässlich; Zuwanderung ausländischer Fachkräfte neben Erschließung bereits vorhandener Potenziale; Frauen, Karrierebrüche und Mütter (Betreuung, Arbeitszeiten, Akzeptanz); mehr Beachtung und Aufgeschlossenheit gegenüber fremden Kulturen, aber auch echte Integration;

6. Schule und Bildung
Bildungswettbewerb nicht in Deutschland, sondern international; Wandel der Anforderungen; frühkindliche Bildung ist entscheidend; Ausbildung der Lehrer in Pädagogik und Didaktik entscheidend für Wissbegier und Motivation; Verbesserung Lehrerausbildung und Lehrerbefähigung; Lehrer sind Vorbilder und damit Lokomotiven; mehr eigene Gestaltungsmöglichkeiten für Schulen, mehr unternehmerisches Denken;

7. Unternehmens-Champions
Mittelständler als Innovatoren; visionäre Führungspersönlichkeiten mit Ideen, persönlichem Risiko und Übernahme von Verantwortung; Hidden Champions;

 

Auftrag

Der Zukunftsrat der Bayerischen Staatsregierung wurde berufen, um als unabhängiges Gremium den Ministerpräsidenten und die Bayer. Staatsregierung in Fragen, die für die weitere Entwicklung Bayerns von Bedeutung sind, zu beraten;

insbesondere zu den Themen:

  • Gesellschaft,
  • Wirtschaft,
  • Wissenschaft und Technologie,
  • Arbeitswelt,
  • Umwelt,
  • soziale Integration,
  • Einbindung Bayerns in Europa und die Welt.

Der Zukunftsrat hat dazu zwei Berichte vorgelegt und der Staatsregierung präsentiert. Die Empfehlungen wurden durch die zuständigen Ressorts geprüft. Über die Annahme wurde von der Staatsregierung nach abschließender Beratung im Kabinett entschieden.

Der Zukunftsrat war vom Ministerpräsidenten für zwei Jahre bestellt. Seine Amtszeit endete zum 31.12.2011.

Mitglieder

Der Zukunftsrat war als unabhängiges Beratergremium bestellt. Seine 22 Mitglieder wurden vom Ministerpräsidenten ad personam auf die Dauer von zwei Jahren ernannt. Die Berufungsperiode begann 2010 und endete zum 31.12.2011:

  • Prof. Dr. Herbert Henzler, Credit Suisse, London (Vorsitzender)
  • Margit Berndl, Vorstandsmitglied Paritätischer Wohlfahrtsverband, München
  • Prof. Dr. Michael von Brück, Lehrstuhl für Religionswissenschaft, LMU München
  • Prof. Dr. Hubert Burda, Hubert Burda Media Holding, München
  • Prof. Dr. Patrick Cramer, Leiter Genzentrum der LMU München
  • Wolfgang Dehen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Osram GmbH, München
  • Prof. Dr. Susanne Elsen, Sozialwissenschaften, Hochschule München
  • Alois Glück, Präsident Zentralkomitees der Katholiken in Deutschland (ZdK), Bonn
  • Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, Präsident FAU Erlangen-Nürnberg
  • Prof. Dr. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TU München
  • Prof. Dr. Bernd Huber, Präsident der LMU München
  • Dr. Ing. E.H. Hans Huber, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Huber SE, Berching
  • Prof. Dr. Daniela Männel, Immunologie, Universität Regensburg
  • Prof. Dr. Paul Nolte, Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin
  • Dr. Norbert Reithofer, CEO BMW AG, München
  • Prof. Dr. Jutta Roosen, BWL Marketing u Konsumforschung, TU München
  • Fritz Schösser, Vorsitzender a.D. DGB Bayern, München
  • Dr. Josef Schuster, Präsident Israelitische Kultusgemeinden in Bayern, Würzburg
  • Prof. Dr. Gunter Schweiger, Präsident Hochschule Ingolstadt, Ingolstadt
  • Ludwig Sothmann, Präsident des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e.V., Hilpoltstein
  • Stephanie Spinner-König, Geschäftsführende Gesellschafterin der Spinner GmbH, München
  • Dr. Rudolf Staudigl, CEO Wacker Chemie AG, München