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Veranstaltungen - Bayern in Brüssel

ERTRAC Jahreskonferenz 2017 zur Zukunft des europäischen Verkehrssystems

ERTRAC Annual Meeting 2017vergrößernAm 08.03.2017 fand in der Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union die Jahreskonferenz 2017 der Technologieplattform für den Straßenverkehr (ERTRC) zum Thema „Digitalisation und Decarbonisation – Towards the future European Transport System“ statt. An der Konferenz nahmen rund 250 Verkehrsexperten aus den EU-Institutionen, der Wirtschaft und Wissenschaft sowie von Interessenverbänden teil. Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen standen die Herausforderungen von Digitalisierung und Dekarbonisierung bei der Gestaltung eines wettbewerbsfähigen europäischen Verkehrssystems.

Zur Einführung betonte Europaabgeordneter Markus Ferber, dass neue revolutionäre Ideen und ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich seien, damit Europa seine Führungsrolle in der Automobilproduktion behalte. Nikolaus von Peter, Mitglied im Kabinett von EU-Kommissarin Violeta Bulc, wies auf das Mobilitätspaket der Kommission hin, das Ende Mai 2017 mit dem Ziel eines sauberen, effizienten und sicheren Straßenverkehrs vorgelegt werde. Das zweite Paket werde im November 2017 präsentiert. Im Jahr 2018 stehe dann die Verbesserung des intermodalen Verkehrs im Fokus. Clara de la Torre von der Generaldirektion Forschung und Innovation der Kommission betonte die Bedeutung von Forschung und Entwicklung für das Verkehrssystem der Zukunft. Dabei sei eine aktive Zusammenarbeit mit allen Partnern aus der Industrie, den Mitgliedstaaten und auf internationaler Ebene erforderlich.

Der erste Themenschwerpunkt bildete Dekarbonisierung und Energieeffizienz. Detlef Stolten vom Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK) Jülich wies darauf hin, dass die CO2-Emissionen für stabile Klimabedingungen bis 2050 im Vergleich zu 1990 um 80-95% zurückgehen müssten. Zissis Samaras, Vizepräsident von ERTRAC, betonte hingegen die weiterhin große Bedeutung von Verbrennungsmotoren. Die Herausforderung bestehe darin, deren Effizienz zu steigern. Der Markt für Elektrofahrzeuge entwickele sich hingegen nur langsam, wie Gereon Meyer von der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH feststellte. Enrique Meroño von Iberdrola erklärte, dass der Anstieg des weltweiten Energiebedarfs durch Elektrofahrzeuge deutlich geringer ausfalle und durch den Energiesektor aufgefangen werden könne. Gleichzeitig wies der Vorsitzende von ERTRAC Stephan Neugebauer auf den Wettbewerb für alle Verkehrsträger um erneuerbare Energien hin.

Im zweiten Teil befassten sich die Teilnehmer mit vernetztem und automatisiertem Fahren. Dirk Wisselmann von BMW stellte den aktuellen Stand der Technik vor, bei dem der Fahrer das Fahren zwar an das Fahrzeug delegieren könne, aber weiterhin selbst kontrollieren müsse. Insbesondere rechtliche und ethische Fragen bedürften noch einer eingehenden Diskussion. Philippe Gougeon von Valeo zeigte den Wandel zur neuen, nutzerzentrierten Mobilität auf, die mit einem personalisierten Ansatz das Fahrerlebnis verbessern solle. Mats Rosenquist von Volvo betonte, dass im Bereich der Schwerlastfahrzeuge ein klarer Schwerpunkt auf der Verkehrssicherheit läge. Dabei kämen bereits automatische Systeme zum Einsatz. Bernd Datler von ASFINAG wies auch darauf hin, dass das Nebeneinander von automatisch fahrenden und herkömmlichen Fahrzeugen Herausforderungen bei der Steuerung des Verkehrsflusses mit sich bringen würden.

Der Vorsitzende von ERTRAC Stephan Neugebauer unterstrich abschließend nochmals, dass eine Kooperation der verschiedenen Stakeholder, insbesondere der Automobil- und Telekommunikationsindustrie sowie der EU-Institutionen und den nationalen Regulierungsbehörden, unerlässlich für eine wettbewerbsfähige Zukunft des europäischen Verkehrssystems sei.