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Reden (Staatskanzlei)

Empfang für die Helfer beim Busunglück auf der Autobahn A9 bei Münchberg

Datum der Rede: 29. Juli 2017
Redner: Ministerpräsident Horst Seehofer
Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.

- Anrede -

Wenn ich hier in die Runde sehe, kann ich nur von Herzen sagen: Ich empfinde große Dankbarkeit.

Der 3. Juli 2017 wird Ihnen für immer im Gedächtnis bleiben. Die schrecklichen Bilder haben sich tief eingegraben. Viele von Ihnen haben Abgründe an menschlichem Leid gesehen. Sie haben ungeheure Strapazen erlebt. Aber vor allem haben Sie Übermenschliches geleistet.

Menschleben gerettet. Menschen in äußerster Not geholfen. Menschen inmitten des Schreckens zugehört und Trost gespendet. Dafür überbringe ich meinen ganz persönlichen Dank und als Ministerpräsident den Dank der Bürgerinnen und Bürger in ganz Bayern! Vergelt’s Gott!

Unsere Gedanken sind bei den Opfern und bei den Hinterbliebenen. 18 Tote, 30 zum Teil schwer Verletzte. Senioren, die ihr Leben lang gearbeitet haben, gönnen sich eine Reise nach Italien. Und dann dieses tragische Unglück. Ein Unfall, der innerhalb von Sekunden das Leben vieler Menschen verändert oder sogar auslöscht. Wir denken an die Hinterbliebenen, die ihre Väter, Mütter, Großeltern oder Angehörige verloren haben. Wir wünschen den Überlebenden baldige Genesung und die Kraft, über das Erlebte hinweg zu kommen. Wir senden ihnen die besten Wünsche!

Auch ich selbst werde den Tag nie vergessen: Ich war auf der Rückfahrt von Berlin nach München. Da hieß es in den Radionachrichten: A9. In der Nähe von Münchberg. Ein Reisebus in Flammen. Menschen aus dem Landkreis Görlitz, auf dem Weg von Sachsen zum Gardasee. 46 Fahrgäste und die beiden Busfahrer.

Meine erste Reaktion war: Entsetzen. Entsetzen über das grauenhafte Inferno.

Meine zweite Reaktion war aber auch: Hoffnung. Denn gleichzeitig hieß es: Rettungskräfte vor Ort. Rettungskräfte der Freiwilligen Feuerwehren Münchberg, Helmbrechts, Fleisnitz und Gefrees, THW, Rettungsdienst, Polizei und Notfallseelsorge.

In diesem Moment wusste ich: Sie, die freiwilligen und berufsmäßigen Helfer, Sie tun alles Menschenmögliche, den Opfern zu helfen. Sie bergen Menschen, versorgen die Verletzten, sichern die Unfallstelle. Ich wusste: Auf Sie ist Verlass!

Ich kann nicht ermessen, was jeder einzelne von Ihnen erlebt hat. Aber ich war vor Ort. Ich konnte mir ein Bild machen von dem Grauen. Ich habe die Helfer gesprochen – erfahrene Kräfte ebenso wie ganz junge Einsatzkräfte, Männer und Frauen. Ihre Zusammenarbeit, Ihre professionelle Arbeit bei sengender Hitze hat mich tief beeindruckt! Für Ihren Einsatz zolle ich Ihnen höchsten Respekt!

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

wenn man Nachrichten wie diese hört, ist man vor Schock fast gelähmt. Das ist eine natürliche menschliche Reaktion. Sie, die Feuerwehrmänner und -frauen, Sanitäter, Ärzte, Polizisten, Helfer, leisten sich diese Schockstarre nicht! Ganz nah an der Gefahr und mit unermesslichem Leid konfrontiert leisten Sie einen großartigen Dienst am Nächsten. Sie helfen, ohne sich selbst zu schonen.

Diese Professionalität hat ihren Preis. Auf diese Einsätze bereiten Sie sich sorgfältig vor. Sie opfern dafür Ihre Freizeit. Sie besuchen Lehrgänge und Fortbildungen. Sie nehmen an Übungen teil, auch wenn Sie einen arbeitsreichen Tag oder eine anstrengende Woche hinter sich haben. Wenn der Einsatzbefehl kommt, lassen sie alles stehen und liegen, egal, was sie gerade tun und auch, wenn Sie gerade Zeit mit Ihrer Familie und Freunden verbringen. Dieser ehrenamtliche Einsatz ist die tragende Säule unserer Heimat! Politik und Staat können dies nur unterstützen, aber leisten tun das unsere Helfer vor Ort – Tag für Tag, nach Feierabend, im Urlaub.

Ich frage mich oft: Was motiviert unsere Ehrenamtlichen dazu, sich ohne Lohn für unsere Gemeinschaft einzusetzen? In meinen vielen Gesprächen mit Menschen wie Ihnen höre ich immer wieder heraus: Wir Menschen streben eben nicht nur nach Materiellem, nach dem, was man messen, wiegen, auf dem Konto zählen kann. Der Einsatz für andere schenkt uns selbst ein sinnvolles und soziales Leben – und das gibt uns Erfüllung.

Diese Lebenseinstellung ist großartig! Diesen Einsatz müssen wir pflegen und hegen als unseren größten Schatz.

Und ich höre immer wieder den Satz: Wir wollen unseren Kindern eine lebenswerte Gemeinschaft erhalten, in der Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft gelebt werden! Ihr Einsatz, liebe Helfer vom 3. Juli, ist ein leuchtendes Beispiel für diese Lebenseinstellung und den sozialen Zusammenhalt! Dafür kann ich nur danke und größten Respekt sagen!

Sie machen unsere Heimat menschlich und lebenswert. Bei uns übernimmt fast jeder Zweite ein freiwilliges Amt – in Rettungsteams, im Sport, im Verein, in kirchlichen und sozialen Einrichtungen.

Ich und mit mir die gesamte Bayerische Staatsregierung, wir wissen um die Bedeutung des Ehrenamtes. Wir haben deshalb eine klare Philosophie zum Ehrenamt. Unsere Politik stärkt die Anerkennungskultur für ihren Einsatz und für den Wert des bürgerschaftlichen Engagements. 2014 haben wir die Förderung des Ehrenamts in der Verfassung verankert.

Zusammen mit den Kommunen haben wir die Ehrenamtskarte eingeführt und tragen die Kosten für die Ehrenamtsversicherung.

Wir haben den Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt eingeführt. Und es ist mir ein Herzensanliegen, ehrenamtliches Engagement von Bürokratie zu entlasten, wo immer es geht. Ich verspreche Ihnen: Die Bayerische Staatsregierung ist ein verlässlicher Partner an Ihrer Seite!

Ihre Arbeit zu unterstützen, liegt aber nicht nur in der Hand der Staatsregierung. Sie brauchen, wenn Sie im Einsatz sind, auch die Unterstützung der betroffenen Bevölkerung. Ich sage sehr deutlich: Zufällig anwesende Autofahrer und Passanten tragen durch ihr Verhalten eine große Mitverantwortung.

Beispiel: Schaulustige. Die Arbeit der Rettungskräfte zu behindern, ist unverantwortlich!

Beispiel: Rettungsgassen. Manchmal zählt jede Sekunde, um Menschenleben retten zu können. Hier darf es keine Gedankenlosigkeit anderer Verkehrsteilnehmer geben!

Beispiel: Tätliche Angriffe auf Rettungskräfte. Erst kürzlich ging durch die Medien, dass ein Autofahrer einen Feuerwehrmann, der den Verkehr an einer Unfallstelle regelte, vorsätzlich rammte.

Sie haben vielleicht von dem offenen Brief eines Feuerwehrmannes und Sanitäters gehört. Mich hat das aufgewühlt. Er schreibt: „Ich hab keine Lust, im Dienst angegriffen zu werden. Das wird alles unmenschlicher, unglaublicher und unfassbarer. Das kann so nicht weitergehen!“

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich versichere Ihnen: Eine derartige Verrohung werden wir nicht dulden. Mit den Stimmen Bayerns haben wir deshalb kürzlich in Berlin beschlossen, solche Verstöße unter Strafe zu stellen. Aber das reicht noch nicht. Wer Rettungskräfte bei ihrem Einsatz behindert, muss die Härte des Gesetzes deutlicher zu spüren bekommen! Das Gleiche gilt für die Polizei. Wir müssen die schützen, die uns schützen. Ich habe dazu mit der Kanzlerin gesprochen und wir werden das in der kommenden Bundesregierung rasch voranbringen. Da werde ich nicht locker lassen!

- Anrede -

Der tragische Unfall am 3. Juli hat uns einmal mehr vor Augen geführt, wie rasch sich alles im Leben ändern kann, für uns oder unsere Angehörigen. Wie nah Glück und Unglück beieinander liegen. Es liegt nicht in unseren Händen.

Angesichts solcher Not können wir alle nur noch bewusster leben. Genießen Sie jeden einzelnen Tag, den Sie gesund mit Ihrer Familie und mit Ihren Freunden verbringen!

Engagieren Sie sich weiter für unser Gemeinwohl!

Sie stärken den Zusammenhalt!

Sie sind Vorbild für die junge Generation!

Sie sind ein Herzstück Bayerns!

Ich wünsche Ihnen bei all Ihren Einsätzen Gottes Segen und eine gesunde Heimkehr zu Ihren Familien!

Bayern ist stolz auf Sie! Ich danke Ihnen! Vergelt‘s Gott!



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Im Gespräch mit den Helferinnen und Helfern: Ministerpräsident Horst Seehofer (Mitte) mit Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren.

Empfang für die Helfer des Busunglücks auf der A 9 bei Münchberg Foto-Icon

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Empfang für die Helfer des Busunglücks auf der A 9 bei Münchberg

Ministerpräsident Horst Seehofer und der Sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich haben am 29. Juli 2017 zu einem gemeinsamen Empfang für die Helferinnen und Helfer des Einsatzes nach dem Busunglück auf der Autobahn A 9 bei Münchberg (Oberfranken/Landkreis Hof) in den Bürgersaal der Stadt Helmbrechts eingeladen. Bei dem Unfall eines Reisebusses aus Sachsen am 3. Juli 2017 sind 18 Menschen ums Leben gekommen, 30 Menschen wurden verletzt. Seehofer: „Jeden von uns kann ein Unglück jäh und unvermittelt treffen. In solchen Momenten können wir nur versuchen, die ärgste Not zu lindern und einander beizustehen – so wie die Helferinnen und Helfer an jenem 3. Juli den Verletzten nach dem Busunglück auf der A 9 beigestanden haben. Sie waren dem Schrecken des Unglücksorts ausgesetzt, haben Opfer geborgen und Verletzte versorgt. Bei jedem Einsatz stellen sie ihre Fähigkeiten und ihre Kraft in den Dienst an der Gemeinschaft.“ Zur Pressemitteilung, zur Rede.

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    Der Landrat des Landkreises Hof Dr. Oliver Bär (2. von rechts) und der 1. Bürgermeister der Stadt Helmbrechts Stefan Pöhlmann (rechts) begrüßen Ministerpräsident Horst Seehofer (links).
    Der Landrat des Landkreises Hof Dr. Oliver Bär (2. von rechts) und der 1. Bürgermeister der Stadt Helmbrechts Stefan Pöhlmann (rechts) begrüßen Ministerpräsident Horst Seehofer (links).
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    Im Gespräch mit den Helferinnen und Helfern: Ministerpräsident Horst Seehofer (Mitte) mit Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren.
    Im Gespräch mit den Helferinnen und Helfern: Ministerpräsident Horst Seehofer (Mitte) mit Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren.
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    Ministerpräsident Horst Seehofer dankt den Helferinnen und Helfer für den Einsatz nach dem Busunglück auf der A 9 bei Münchberg.
    Ministerpräsident Horst Seehofer dankt den Helferinnen und Helfern für den Einsatz nach dem Busunglück auf der A 9 bei Münchberg: „Auch wenn diese Arbeit schwer ist und Spuren an der Seele hinterlässt, sind sie beim nächsten Mal wieder dabei - professionell, ausdauernd und besonnen. Unsere Einsatzkräfte verdienen dafür unseren Dank und Respekt.“
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    Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hält eine Rede.
    Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich: „Wir wollen gemeinsam unseren Dank und unseren Respekt für ihren mutigen und beherzten Einsatz zum Ausdruck bringen. Ihr Engagement steht stellvertretend für unzählige Menschen in unserem Land, die sich jeden Tag für andere einsetzen und sich dabei selbst zum Teil großen Gefahren aussetzen.“
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    Der 1. Bürgermeister der Stadt Helmbrechts Stefan Pöhlmann, der Landrat des Landkreises Hof Dr. Oliver Bär, Ministerpräsident Horst Seehofer und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (v.l.n.r.).
    Der 1. Bürgermeister der Stadt Helmbrechts Stefan Pöhlmann, der Landrat des Landkreises Hof Dr. Oliver Bär, Ministerpräsident Horst Seehofer und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (v.l.n.r.).
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    Eintrag in die Gästebücher der Stadt Helmbrechts und des Landkreises Hof: Ministerpräsident Horst Seehofer (links) und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (rechts).
    Eintrag in die Gästebücher der Stadt Helmbrechts und des Landkreises Hof: Ministerpräsident Horst Seehofer (links) und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (rechts).
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    Die Ministerpräsidenten Horst Seehofer und Stanislaw Tillich mit den Helfern des Bayerischen Roten Kreuzes.
    Die Ministerpräsidenten Horst Seehofer und Stanislaw Tillich mit den Helfern des Bayerischen Roten Kreuzes.
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    Der Landrat des Landkreises Hof Dr. Oliver Bär (rechts) und Ministerpräsident Horst Seehofer (5. von links) mit Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren.
    Der Landrat des Landkreises Hof Dr. Oliver Bär (rechts) und Ministerpräsident Horst Seehofer (5. von links) mit Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren.
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    Ministerpräsident (Mitte) mit Polizisten aus Oberfranken, die am 3. Juli 2017 an den Rettungsmaßnahmen nach dem Busunfall beteiligt waren.
    Ministerpräsident Horst Seehofer (Mitte) mit Polizisten aus Oberfranken, die am 3. Juli 2017 an den Rettungsmaßnahmen nach dem Busunfall beteiligt waren.
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