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Pressemitteilungen

Der Blaue Panther – 29. Bayerischer Fernsehpreis: Bekanntgabe der Nominierungen

12. April 2017

MÜNCHEN   Bayerns Medienministerin Ilse Aigner hat heute die Namen der Nominierten für die beste Schauspielerin und den besten Schauspieler in den Bereichen „Fernsehfilme, Serien und Reihen“ des Bayerischen Fernsehpreises 2017 bekannt gegeben. Aigner: „Die Jury konnte aus über 200 großartigen Vorschlägen auswählen. Dabei gab es auch in diesem Jahr überragende Kandidaten und überzeugende Stoffe. Die Jury hat hervorragende schauspielerische Leistungen ausgewählt, so dass bereits die Nominierungen eine spannende und unterhaltsame Preisverleihung versprechen.“

 

Staatsministerin Ilse Aigner wird den Bayerischen Fernsehpreis stellvertretend für Ministerpräsident Horst Seehofer in einer festlichen TV-Gala im Münchner Prinzregententheater am Freitag, 19. Mai 2017, 19.00 Uhr verleihen. Die Entscheidung über die Preisträger aus dem Kreis der Nominierten wird die Jury am Tag der Preisverleihung treffen und während der Veranstaltung bekannt gegeben. Die Preisverleihung wird in diesem Jahr von ZDF / 3sat produziert und live auf 3sat ausgestrahlt. Eine weitere Ausstrahlung erfolgt im ZDF um 00.30 Uhr. Die TV-Gala wird von Steven Gätjen moderiert.

 

Der seit 1989 verliehene Bayerische Fernsehpreis ist eine der renommiertesten und begehrtesten Auszeichnungen im deutschen Fernsehen. Vergeben werden die Blauen Panther in fünf Kategorien, nämlich für Informationssendungen, Fernsehfilme, Serien und Reihen, Unterhaltungsprogramme sowie für Kultur und Bildungsangebote.

 

Die Träger des Ehrenpreises des Bayerischen Ministerpräsidenten und des Nachwuchsförderpreises der LfA Förderbank Bayern werden mit gesonderter Pressemitteilung am 28. April 2017 bekannt gegeben.

 

Nachstehende Schauspielerinnen und Schauspieler wurden von der Jury für den Bayerischen Fernsehpreis 2017 in den Kategorien „Fernsehfilme / Serien und Reihen“ nominiert.

 

Der BAYERISCHE FERNSEHPREIS 2017 – Nominierungen

 

Nominiert als beste Schauspielerin in den Kategorien „Fernsehfilme / Serien und Reihen“:

 

Sonja Gerhardt

für ihre Rollen in „Jack the Ripper" (SAT.1) und Ku’damm 56 (ZDF)

 

Begründung der Jury:

Ob Sonja Gerhardt in „Jack the Ripper“ eine Frau spielt, die 1888 in London ihren fälschlich beschuldigten Bruder vor dem Strick zu bewahren versucht und dabei schnell selber in das Visier des Mörders gerät oder in „Kudamm 56“ in den wilden 50ern Berlins die ungeliebte Tochter verkörpert, die gegen die Konventionen der Zeit und um die Akzeptanz ihrer Mutter kämpft und ihre Kraft aus ihrer Leidenschaft für den Rock’n Roll zieht: Immer gelingt es ihr, mit einer unterhaltsamen Authentizität und einer spürbaren, ehrlichen Begeisterung für die jeweiligen Rollen den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Auf ihre temperamentvolle Art und Weise beherrscht Sonja Gerhardt sowohl das Melodram als auch humorvolle Momente mit der ihr eigenen Wahrhaftigkeit und Präsenz.

 

Es macht einfach Spaß ihr zuzuschauen, mit ihr in die erzählten Welten zu versinken und in die verschiedenen Charaktere einzutauchen. Wir freuen uns darauf, Sonja Gerhardt in ihrer Lebendigkeit und Energie auch in Zukunft verfolgen zu dürfen!

 

Karoline Schuch

für ihre Rolle in „Katharina Luther“ (ARD)

 

Begründung der Jury:

Gegensätze scheinbar mühelos in ihr Spiel zu integrieren scheint das große Talent von Karoline Schuch zu sein. In „Katharina Luther“ spielt sie als Hauptprotagonistin diese Ambivalenz so überzeugend, dass man ihr noch viel länger hätte zuschauen wollen. Sie ist trotzig und zart, unverschämt und unschuldig, unerfahren, aber mit einem Willen, der Klostertüren und gesellschaftliche Konventionen hinter sich lässt. Karoline Schuch zeigt uns in „Katharina Luther“ gelebtes Selbstbewusstsein und das in Zeiten, in denen das Wort „Emanzipation“ noch gar nicht existierte und ein Mann wie Martin Luther jeden und alles um sich herum vereinnahmt hat. Aber wie Karoline Schuch den Glauben an sich selbst und an ihren Mann, das Ringen um das Richtige so schutzlos vor uns aufblättert, dass wir in diese schmerzlichen Prozesse mitgenommen werden und mit ihr fühlen dürfen, ist große Schauspielkunst. Die junge Katharina von Bora, spätere Katharina Luther, ist nicht nur nett sondern macht es uns auf Ihrem Weg nicht immer einfach. Dank Karoline Schuch wurde die historische Figur Katharina Luther in ein modernes, zeitgemäßes Verständnis für die Komplexität des Menschlichen übertragen. Dass „Katharina Luther“ uns bei aller Ambivalenz auch heute noch fasziniert, ist auch der große Verdienst des vielfältigen Spiels von Karoline Schuch.

 

Johanna Wokalek

für ihre Rolle in „Landgericht – Geschichte einer Familie“ (ZDF)

 

Begründung der Jury:

Der Zweiteiler „Landgericht – Geschichte einer Familie“ erzählt die Tragödie einer deutsch-jüdischen Familie zur Zeit des zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit: Um ihre noch kleinen Kinder in Sicherheit zu bringen, schicken die Eheleute Claire und Richard diese nach England. Der Plan, die Familie dort wieder zusammenzubringen, soll sich niemals erfüllen. Als die beiden ihre Kinder nach dem Krieg wiederfinden, sind diese von ihren Eltern entfremdet. Die stille Verzweiflung, in der Claire begreift, dass die verlorene Zeit für immer verloren ist, gehört zu den größten Momenten dieser großen TV-Erzählung. Dort, wo Worte das Leid nicht erfassen können, ist Johanna Wokaleks ruhiges und präzises Schauspiel von einer atemberaubenden Intensität. Eine Darstellung, die lange nachwirkt.

 

Nominiert als bester Schauspieler in den Kategorien „Fernsehfilme /
Serien und Reihen“:

 

Devid Striesow

für seine Rollen in „Das weiße Kaninchen“ (ARD) und „Katharina Luther“ (ARD)

 

Begründung der Jury:

In „Das Weiße Kaninchen“ geht es um das aktuelle Thema Cybergrooming, um Träume und Versuchungen, um das Spiel mit falschen Identitäten und um den Missbrauch von Vertrauen. Devid Striesow verkörpert mit größter Glaubhaftigkeit eine Figur, die von auseinanderdriftenden Gefühlen und Motivationen getrieben wird, von der nie klar wird, wie sehr sie die Außenwelt belügt und wie weit sich selbst. Und er schafft es mit seinem intensiven Spiel, die entsprechend ambivalenten Gefühle perfekt auch im Zuschauer auszulösen. Auch durch seine vielschichtige Darstellung des Luther in dem Film „Katharina Luther“ gelingt es Striesow mit einer Lausbubenhaftigkeit, aber auch mit einer Schüchternheit ein so beeindruckendes, ungewöhnliches Bild des Reformators zu zeichnen, dass man mit ihm gebannt durch die Ereignisse der damaligen Zeit geht. In beiden Filmen beweist Devid Striesow seine Vielfalt und sein unglaubliches Gefühl für Rollen. Er schafft es so bravourös, ganz in den Figuren zu verschwinden und ihnen doch seinen eigenen Stempel aufzudrücken, dass man voller Hochachtung von einer grandiosen und außergewöhnlichen, authentischen schauspielerischen Leistung sprechen kann.

 

Ken Duken

für seine Rolle in „Tempel“ (ZDF)

 

Begründung der Jury:

Eine Nachbarschaft, der Berliner Wedding, wird von den Menschen entkernt, die dort zu Hause sind. So wie Mark Tempel, der sein Leben in einem Kraftakt umgedreht hat. Einst schlug er sich als Boxer und Kleinkrimineller durch, dann zog er sich für seine Familie raus aus dem Milieu-Sumpf. Jetzt ist er selbständiger Altenpfleger, ein "Arschwischer", sagen seine alten Kiez-Freunde. Ken Duken spielt diesen Mark Tempel bravourös: Einen Mann, der auch ohne viel Worte - die liegen ihm nicht - Wärme ins Elend seiner Schutzbefohlenen zu bringen vermag, die er als Pfleger besucht. Duken zeigt uns mit stummer Intensität Tempels Einfühlungskraft und dessen Wut. Warum sollte er „seinen“ Kiez räumen, damit in den Altbauten Platz für Luxuswohnungen wird? Tempel stemmt sich gegen die Ent-Mieter, die einer todkranken Frau das Fenster zumauern und ihm selbst das Wohnzimmer zertrümmern. Je mehr Tempel das gewohnte Leben wieder gerade zu rücken versucht, desto mehr zerbricht er es. Er rutscht in die Halbwelt zurück, aus der er sich so mühsam befreit hat. Der Robin Hood aus dem Wedding hat keine Chance.

 

Es ist der Verdienst des Schauspielers, dass wir hier einen Wutgetriebenen sehen, der gleichzeitig auch ein Menschenfreund ist. Er bekommt selbst dann nichts Unmenschliches, als er zuschlägt und irgendwann auch tötet. Ken Duken hat sich in den letzten Jahren den schwierigen Stoffen gestellt. Als Mark Tempel brilliert er.

 

Ronald Zehrfeld

für seine Rolle in „Landgericht – Geschichte einer Familie“ (ZDF)

 

Begründung der Jury:

Eine deutsch-jüdische Familie wird in „Landgericht“ auf tragische Art und Weise auseinandergerissen: die Eheleute Claire und Richard schicken ihre Kinder nach England und verlieren im zweiten Weltkrieg für lange Zeit jeglichen Kontakt zu Ihnen. Nach der Heimkehr aus dem Exil versucht Richard einen Neuanfang in seinem Beruf, doch die Bitterkeit über das erlittene Unrecht und die Tragödie seiner Familie, die nicht mehr wirklich zusammenfindet, lasten schwer auf seinem Leben. Ob Momente des Leids, das Licht einer neuen Liebe, der Eifer und die stille Verzweiflung der Nachkriegsjahre - Ronald Zehrfelds Spiel ist jederzeit berührend und wahrhaftig. Ein Höhepunkt im Werk einer der besten Schauspieler unserer Zeit.

 

Die Entscheidungen über den Bayerischen Fernsehpreis trifft eine fachkompetente und unabhängige Jury. Im Jahr 2017 gehören ihr an: Prof. Dr. Klaus Schaefer (Vorsitz), Andreas Bartl, Dr. Ulrich Berls, Daniel Curio, Prof. Dr. Georg Feil, Dr. Friedemann Greiner, Christof Lang, Anne Reidt, Prof. Bettina Reitz, Barbara Thielen, Yvonne Weber, Elke Walthelm.

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Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers