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Reden (Staatskanzlei)

50 Jahre Transalpine Ölleitung (TAL)

Datum der Rede: 5. Oktober 2017
Redner: Ministerpräsident Horst Seehofer
Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrte Frau Präsidentin Serracchiani,

Exzellenz, Herr Botschafter Benassi,

Herr Bürgermeister Dipiazza,

sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Christian,

sehr geehrter Herr Landrat, lieber Anton,

sehr geehrter Herr Bürgermeister Tauer,

meine Damen und Herren!

I. ZUKUNFT AUS TRADITION – 50 JAHRE TAL

„Stehe früh auf, arbeite hart, finde Öl.“

So beschrieb der US-Ölmagnat Paul Getty den Weg zum Wohlstand.

Diesen Weg sind wir in Bayern gegangen. Den ganzen Weg, vom Agrarstaat zum Industriestaat. Wir Bayern stehen früh auf, arbeiten hart und – fanden unser Öl nicht direkt unter unseren Füßen.

Doch die Bayern wären nicht die Bayern, hätten wir uns nicht zu helfen gewusst. Wir haben unserem Glück auf die Sprünge geholfen – und die Ölquellen Arabiens und Afrikas in die Mitte Bayerns gerückt. Alfons Goppel hat gemeinsam mit Wirtschaftsminister Dr. Otto Schedl die Raffinerien in Ingolstadt auf den Weg gebracht – Treibstoff für Industrie, Haushalte und Verkehr.

Wir haben uns mit unseren Freunden in Österreich und Italien zusammengesetzt. Drei Länder, ein Ziel: Eine Hauptschlagader der Energieversorgung. 1000 Tage von der Planung über den Bau bis zur Inbetriebnahme der heute größten Rohölpipeline in Europa. Bahnbrechende Ingenieurskunst, gelebtes Europa.

Herr Cech,

Herr Lilli,

meinen herzlichen Glückwunsch zum 50. Geburtstag dieses Jahrhundertprojekts!

Die TAL-Gruppe ist ein wahrhaft europäisches Unternehmen. Die TAL verbindet die Menschen, die Wirtschaft, den Kontinent. Sie und Ihre Mitarbeiter stehen für verlässliche Energieversorgung. Sie stehen für ökologische und soziale Verantwortung – seit über 50 Jahren.

  • Sie sparen uns jeden Tag 10.000 Lkw-Fahrten, die sonst über die Alpen fahren würden.
  • Sie decken 40% des Rohölbedarfs in Deutschland, 100% des Bedarfs in Bayern.

Herr Bürgermeister, lieber Christian Tauer,

in Lenting kommt die Pipeline an. Lenting puffert und pumpt für die Energieversorgung Mitteleuropas. Die besten zentralen Mittelfeldspieler haben die Bayern.

Frau Präsidentin, Herr Bürgermeister,

verehrte Frau Serracchiani, Herr Dippiazza,

der Auftakt der 50-Jahr-Feierlichkeiten erfolgte im April in Triest. Heute feiern wir in meiner Heimat.

Triest ist übrigens auch der größte bayerische Seehafen. Der Hafen von Triest bietet uns die kürzesten See- und Landwege ans Mittelmeer und nach Fernost.

Wir haben im vergangenen Jahr ein starkes Zukunftssignal gesetzt. Unser Memorandum of Understanding ist ein Meilenstein. Wir kooperieren beim Verkehr, in der EU-Alpen-strategie, der Wirtschaft, der Landwirtschaft und bei der beruflichen Bildung.

Die Zukunft der Europäer liegt in der Zusammenarbeit und in konkreten Ergebnissen für die Menschen in Europa. Europa muss liefern – nicht nur Öl. Dafür treten wir gemeinsam ein: Friaul-Julisch Venetien und Bayern.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

lieber Christian Lösel,

„Wohlstands-Explosion in Ingolstadt“ schreibt die Wirtschaftswoche und ernennt Ingolstadt zur zweitbesten kleinen Großstadt. Das Institut der deutschen Wirtschaft zählt Ingolstadt zu den dominierenden Innovationsregionen in Deutschland. Bester Beleg ist der Zustrom an Menschen und Unternehmen: Von 50.000 Ingolstädtern in meiner Kindheit auf 130.000 heute. Industrie-Stadt, Auto-Stadt, Öl-Stadt.

Wer Zukunftskraft made in Bayern sehen will, der muss nach Ingolstadt kommen.

II. BAYERN – MIT ENERGIE IN DIE ZUKUNFT

– Anrede –

  • Alfons Goppel hat das Fundament für den Wirtschaftsstandort Bayern gelegt – durch Energieversorgung, Verkehrs- und Bildungsinfrastruktur.
  • Franz Josef Strauß hat die Luft- und Raumfahrtindustrie nach Bayern geholt.
  • Edmund Stoiber steht für das High-Tech-Land Bayern. Für sieben neue FHs, darunter die Technische Hochschule Ingolstadt, für einen ausgeglichenen Haushalt seit 2006.

Die Erfolgsgeschichte Bayerns zeigt, wie wir ökonomischen, ökologischen und sozialen Fortschritt verbinden können. Dafür hat jede Generation ihre Aufgaben. Wir wollen, „dass wir, uns'rer Väter wert“, auch in Zukunft zu den Besten gehören.

Darum geht es jetzt in Berlin. Wir wollen unsere Wirtschaft aufpumpen mit Energie und damit die Zukunftsfähigkeit unserer Sozialen Marktwirtschaft. Deshalb sage ich:

  1. Mit mir gibt es kein Verbot des Verbrennungsmotors. Wir schaffen die Mobilität der Zukunft - gemeinsam mit unseren Automobilherstellern. Nicht mit Verboten und ideologischer Besserwisserei, sondern mit Kreativität und praktischen Bessermachen.
  2. Mobilität der Zukunft – das heißt: beste Straßen, Schienen und Wasserwege für Deutschland. Lebensqualität und Mobilität zusammengedacht, nicht als Gegensatz. Wir schreiben die Rekordmittel für die Infrastruktur fort. Es muss laufen in Deutschland!
  3. Deutschland braucht Energie. Sicher, sauber, bezahlbar – dafür setzen wir Berlin unter Strom. Wir wissen, was wir an unserer Energiewirtschaft haben!
  4. Wir kämpfen für höchste Standortqualität für unsere Unternehmen. Weltspitze für den Exportweltmeister – wie die Unternehmen, so das Land.

In Bayern gilt: Industrie ist Zukunft, Industrie hat Zukunft.

Wir in Bayern wissen, wie Wertschöpfung nach-haltig funktioniert – niemals gegen, sondern immer mit unserer innovativen, vernetzten Industrie! Die Zahlen sprechen für sich: Über ein Viertel der gesamten Wertschöpfung im Freistaat wird in der Industrie erzielt. Bayern ist auch im internationalen Vergleich Top-Industriestandort. Vorne bleiben, alles geben – das ist mein Anspruch.

Dafür brauchen wir eine erstklassige Energieversorgung. Energie sparen, Energiemix ausbauen, Energietechnik fördern, Strompreisbremse und Energiewende hin zu Markt und Wettbewerb. Eine sichere Energieversorgung ist Voraussetzung für unser High-Tech-Land Bayern. Hier im Herzen Bayerns sind Öl und Gas seit über 50 Jahren der Treibstoff für unsere Wirtschaft. Sie in der bayerischen Erdölindustrie und wir in der Bayerischen Staatsregierung kümmern uns, dass uns der Saft nicht ausgeht.

Meine Damen und Herren,

wir in Bayern können stolz sein auf unseren wirtschaftlichen Erfolg, unsere soziale Sicherheit und lebenswerte Heimat. Wir wissen aber auch: Wenn wir die Zukunft gewinnen wollen, dürfen wir uns niemals mit Mittelmaß zufrieden geben.

Europa, Globalisierung, die Energie und Mobilität der Zukunft, der digitale Aufbruch, neue Technologien: Die Welt verändert sich mit atemberaubendem Tempo. Wir brauchen Aufbruchsstimmung, Freude am Schaffen und die Lust auf Wettbewerb. Die Tugenden des Erfolgs.

Erinnern wir uns an Alfons Goppel und den Mut der visionären Gründer der transalpinen Ölpipeline. Nehmen wir uns ein Beispiel an dem Biss der 8.000 Ingenieure und Techniker aus ganz Europa, die daran gearbeitet haben. Sie sollen uns heutigen Vorbild sein. Auch wir können Großes schaffen. Trauen wir uns etwas zu!

Vertrauen wir nicht in erster Linie auf Verbote und neue Bürokratie. Vertrauen wir auf die Schöpferkraft der Menschen und die Ideen in unserer Sozialen Marktwirtschaft.

Auf die nächsten 50 Jahre!

Auf die Freundschaft zwischen Bayern,

Österreich und Italien!